Geschichten und Sagen aus der Heimat

Die wilde Jagd

Wenn die Menschen an schaurigen Winterabenden bei Kerzenschein in den Bauernstuben gesellig beim Spinnrocken beisammen saßen, erzählten sie sich gerne von der wilden Jagd. Manche wollten sie auf dem Heimweg schon gehört haben.
Zumeist beherbergte ein nahe gelegener Berg das Geisterreich des wilden Jägers. Aber nur in tosenden, stockdunklen Nächten blies er zur Jagd. Schemenhafte Gestalten auf Pferden mit fliegenden Mähnen stürmten dann mit ohrenbetäubendem Sausen und Brausen unter Hufegetrappel und Hundegeheul den Hang herab. Die wilde Jagd riss alles mit, was auf Weg und Steg anzutreffen war, kehrte Wälder und Straßen rein und trieb alle, die um diese Stunde noch draußen weilten, heim in die schützenden Wände.
Eines Nachts war ein Bursche auf dem Heimweg über den Grafenberg von Rottendorf nach Trisching. Er hatte im Wirtshaus ein bisschen viel getrunken, so dass ihm leicht um sein Gemüt war. Als er den Bergkamm erreicht hatte, hob hoch oben in der Luft ein Heulen und Pfeifen an, dass man meinte, die Welt ginge unter. Plötzlich fiel vor dem Burschen ein großer schwarzer Hund nieder. Er wollte ihn vertreiben, doch der Hund sperrte seinen Rachen weit auf. Feuer und Schwefeldampf quollen heraus. Aus der Ferne rief jemand: „Niederlegen! Das Gesicht auf den Boden!“ Der Bursche warf sich auf die Erde und vergrub sein Gesicht. Da brauste auch schon die wilde Jagd über ihn hinweg. Er getraute sich den Kopf nicht zu heben. Bald bellten viele hundert Hunde, dann wieder nur einer oder zwei. Lange lag er so da. Als es endlich ruhig geworden war, sprang er auf und eilte nach Hause. Nie wieder ist er allein und so spät diesen Weg gegangen.


Die verrufene Mühle

Die bedeutende Kaufmannsstraße von Nürnberg nach Prag führte einst vorbei an Trisching. Ein holpriger Fuhrweg nur, wie alle Straßen jener Zeit, aber er war bevölkert von reichen Kaufleuten, die mit hoch bepackten Wagen in die Städte zogen, um dort ihre Waren feil zu bieten. Etwas abgeschieden, versteckt im dichten Wald, lag die „Schwärzer Mühle“, nach der noch heute ein Ortsteil Trischings benannt ist. Ein habgieriger Müller sollte sie mit einem Fluch belasten.
Fahrender Kaufmann zu sein war kein leichtes Geschäft, allzu oft mussten die Kostbarkeiten auf den Fuhrwerken gegen umherziehendes Gesindel verteidigt werden. Und gerade die Gegend um Trisching war verrufen, thronte doch auf dem nahe gelegenen Grafenberg eine mächtige Raubritterburg. Jeder Kaufmannszug, auf den es die hochfahrigen Ritter abgesehen hatten, wurde ausgeraubt, die Knechte erschlagen und die Kaufherren solange in den Turm gesperrt, bis reichlich Lösegeld für sie eintraf.
Eines Tages zogen ein Kaufmann und sein Gefolge das erste Mal durch diese abgelegene Gegend. Des Weges unkundig waren sie an diesem Tag nicht gut voran gekommen. Es dämmerte bereits, und sie waren noch mitten im Wald. Da stürzte der Raubritter mit seinen Gesellen aus einem Versteck hervor und tötete die Knechte. Als der Fremde sah, dass er nichts mehr ausrichten konnte, schwang er sich auf sein Ross und jagte auf und davon. Der Graf setzte nach, der Kaufmann ritt um sein Leben und konnte im Schutz der Dunkelheit entkommen. Lange irrte er umher und erreichte schließlich erschöpft die Schwärzer Mühle. Er erzählte dem Müller sein Missgeschick und bat um ein Nachtquartier. Dieser bedauerte ihn, hier sei er völlig sicher, und er könne eine ruhige Nacht verbringen.
Der Müller hatte längst eine prall gefüllte Geldkatze bemerkt, die der Fremde um seinen Leib trug. Das viele Geld ließ den ränkevollen Mann nicht einschlafen. Um Mitternacht schlich er sich mit einem scharfen Beil in die Schlafkammer und erschlug den Ahnungslosen. Die geraubten Goldtaler brachte er in ein sicheres Versteck, den Toten vergrub er noch in der Nacht im Wald. Der Mord wäre nie ans Tageslicht gekommen.
Nach geraumer Zeit pochte ein vornehm gekleideter Reiter mit einem Jägerhut an das Tor der Mühle um ein Nachtlager zu erbitten. Seine Geldtasche erregte wieder die Aufmerksamkeit des habgierigen Müllers, und zur Geisterstunde ereilte den Jäger das gleiche Schicksal wie den Kaufmann. Der Müller legte sich ins Bett, fand aber diesmal keine Ruhe mehr, er dachte nur an Gold und Reichtum. Er erhob sich wieder und fing an, bei Kerzenschein das Blutgeld zu zählen.
Da hörte er auf einmal die Haustüre gehen. Seltsam – hatte er sie nicht fest verriegelt? Angespannt lauschte er. Schritte näherten sich. Langsam öffnete sich die Tür, und eine sonderbare, furchterregende Gestalt betrat den schwach beleuchteten Raum. Das Gesicht war über und über mit Blut besudelt, der Wams voll Erdreich. Kreidebleich und vor Schrecken gelähmt starrte ihn der Müller an. Der unheimliche Gast ließ sich am Tisch nieder. Er zog seinen Hut vom Kopf und gab den Blick auf zwei kurze Hörner frei. Unter dem Tisch berührte der Müller einen Pferdefuß. Da wusste er, wer ihm gegenüber saß. Plötzlich sprühten die Augen des Besuchers Feuer, und als die Worte „Bürschlein, hab ich dich endlich? – Jetzt bist du mein!“ aus seinem Munde zischten, dampfte glühende Lohe heraus. Er packte den Müller und fuhr mit ihm zum Fenster hinaus.
Der Nachtwächter im Dorf wollte gerade die erste Stunde des neuen Tages ausrufen, da sah er über der Mühle den feurigen Schein. Eilends weckte er die Dorfbewohner, weil er an ein Feuer glaubte. Sie eilten herbei und als sie zur Mühle kamen, war von einem Brand weit und breit nichts zu sehen. Sie liefen ins Haus, heißer stinkender Schwefelqualm trieb sie zurück. Aus der Luft ertönte höhnisches Gelächter, und sie sahen den Leibhaftigen mit dem Raubmörder davonfliegen. Die Leute bekreuzigten sich, eilten nach Hause und zündeten geweihte Kerzen an, um das Böse zu bannen.
Lange Zeit stand die Mühle leer. Eines Tages hörte im Dorfwirtshaus ein fahrender Müllersbursch die Geschichte. Er lachte darüber und zog in die verrufene Mühle ein. Lange Zeit war es ruhig, und er glaubte schon gewonnen zu haben. Aber um die Allerseelenzeit hörte er in der Kammer draußen ein Stöhnen und Jammern, Poltern und Schlagen. Am anderen Morgen waren die Wände mit Blut bespritzt, alles war durcheinandergeworfen und wieder lag beißender Schwefelgestank in der Luft. Die Märe war also doch Wahrheit, und der Geselle machte sich schleunigst aus dem Staub.
Seitdem lag die Mühle verlassen da. Langsam verfiel das Gebäude. Erst nach hundert Jahren, die Geschichte war fast in Vergessenheit geraten, wagte sich wieder ein Müller an diese Stätte. Er baute die Mühle neu auf, und der Pfarrer von Trisching weihte sie sein. Für den Missetäter wurden zehn heilige Messen gelesen. Seit dieser Zeit herrscht nun endgültig Ruhe.


Die feurigen Männer

In früheren Zeiten tummelten sich neben den Landstraßen oft feurige Männer. Sie wagten sich an dunklen Abenden und Nächten an die Fuhrleute heran und begleiteten sie, damit sie nicht vom Weg abkommen sollten. Gespenstisch leuchteten sie in die Finsternis hinein. Nie taten sie von sich aus den Menschen etwas Böses an. Sie verlangten aber einen kleinen Dank, etwa ein Krümchen Brot oder ein „Vergelt´s Gott“. Wer das nicht wusste oder zu geizig war, der konnte sicher sein, dass er von den feurigen Männern unbarmherzig in die Irre geführt wurde.
Diese Erfahrung musste einst ein Bauer machen. Er hatte auf der Mühle zu tun und wurde auf der Heimfahrt von der Dunkelheit überrascht. Da er noch ein heimtückisches Waldstück zu passieren hatte, rief er in seiner Not die Feuermännlein und versprach ihnen einen Laib Brot. Sie kamen und halfen. Bis an sein Haus leuchteten sie ihm. Als sie aber den Lohn verlangten, vertröstete er sie, sie sollten doch ein ander Mal wiederkommen. Das taten sie auch, aber der Geizhals jagte sie weg.
Nach einiger Zeit passierte dem Bauern das gleiche Missgeschick. Wieder verspätete er sich bei der Mühle, und abermals brach die Nacht herein. Wieder bekam er es mit der Angst zu tun und rief nochmals die feurigen Männlein. Sie erschienen auch, führten ihn aber diesmal samt Fuhrwerk und Pferden in ein Sumpfloch, wo er jämmerlich ums Leben kam.
Aus anderen Erzählungen erfahren wir, dass die Feuermänner verwunschene Gestalten waren, die nur durch die Dankbarkeit der Menschen erlöst werden konnten. So sagte eine überglückliche Mutter aus dem Schwarzenfelder Raum zu einem Feuermann, der ihr geholfen hatte in völliger Dunkelheit ihr verirrtes Kind wieder zu finden: „Möge dir der liebe Gott vergelten, was du heute für uns getan hast.“ Darauf erwiderte jener, wie es heißt, mit freudiger Stimme: „Auf diese Rede habe ich schon hundert Jahre gewartet. Jetzt hast du mich erlöst.“ Daraufhin wurde er in dieser Gegend nicht mehr gesehen. Dasselbe erlebte auch ein Bauer aus der Nähe, dem in der Nacht der Regen die Laterne ausgelöscht hatte. Ein Feuermann half, und nachdem sich der Bauer herzlich bedankt hatte, verschwand er für immer in der Dunkelheit. Verständlich, warum die feurigen Männer so sehr auf einen Dank der Menschen warteten, wenn sie dadurch erlöst wurden.


Der Besuch aus der Ewigkeit

Ein Bauer hatte nur einen einzigen Sohn. Da ihm weitere Kinder trotz Opferns und Wallfahrens versagt geblieben waren, verhärtete sich sein Herz, und der Bub hatte keine leichte Jugend, zumal auch seine Mutter schon sehr früh starb. Als er herangewachsen war, verliebte er sich in eine arme Häuslerstochter. Auch das Mädchen fand Gefallen an dem Bauernsohn, und sie versprachen einander zu heiraten. Das missfiel dem stolzen Bauern, er wurde zornig und verbot dem jungen Mann den Umgang mit dem Mädchen. Er gehorchte nur sehr schweren Herzens. Auf seinem Sterbebett ließ der verbitterte alte Mann den Sohn schwören, dieses Mädchen nie zu heiraten.
Nach dem Tod des Vaters war es auf dem Hof still und einsam geworden. Der junge Bauer hatte in all den Jahren seinen Schatz nicht vergessen. Seine Liebe zur ihr war stärker als sein Eid gegenüber dem Vater, und die Häuslerstochter wurde schließlich seine Frau. Ein Jahr waren sie glücklich verheiratetet, ein fünf Wochen altes Knäblein lag in der Wiege. Nach üblichem Brauch war dem Kind ein geweihter Taler in das Kissen eingenäht.
Es war schon Spätherbst und Allerheiligen nicht mehr weit. Der Bauer half Nachbarn beim Dreschen. Die Bäuerin werkte in der Küche, als ein Fremder ohne Gruß in die Stube trat und sich todmüde an den Tisch setzte. Die Bäuerin grüßte, fragte nach dem Woher und Wohin und bot ihm etwas zu Essen an. Der Gast nahm das Anerbieten an. Sie verschwand in der Küche und servierte bald einen Teller Suppe. Der Fremde griff zum Löffel, doch merkwürdig, er hielt ihn verkehrt herum, so dass die Höhlung nach unten zeigte. Der Bäuerin dünkte dies nicht geheuer. Sie betrachtete den Gast genauer und erkannte ihren verstorbenen Schwiegervater. Eiligst holte sie ihren Mann. Er erkannte ebenfalls in dem Fremden seinen Vater und schrie ihn an: „Was willst du bei den Lebenden? Du gehörst nicht hierher!“ Gleichzeitig riss er sein Kind aus der Wiege und drückte es fest an sich. Da sprang der andere auf und rief mit dröhnender Stimme: „Das war dein Glück! Ich hätte dich sonst zerrissen!“ – und war verschwunden.
Noch im selben Jahr verstarben Bauer und Bäuerin.


Der verhängnisvolle Baum

Schon bald nach der Hochzeit verließ eine junge Bäuerin alle Mitternacht das Haus und blieb Stunden fort, bis sie wieder ganz verstört zurückkam. Der eifersüchtige Bauer schlich ihr nach und sah, wie sein Weib Nacht für Nacht einen großen Baum umarmte und ihn fest an sich drückte. Dem Bauern wurde es zu dumm, er fällte den Baum und fuhr ihn in seinen Hof. Die folgende Nacht blieb der Bauer im Bett, weil er meinte, seine Frau brauche nun nicht mehr so weit zu laufen und werde bald zurück sein. Als er des Morgens erwachte, war seine Frau noch nicht zurück. Er suchte sie und fand sie tot im Hofe draußen bei dem Baum. Sie hatte solange drücken müssen, wie sie sonst zum Hin- und Hergehen gebraucht hatte, dabei hatte sie sich zu Tode gedrückt.


Der Schatz im Buchberg

Nordwestlich von Kemnath erhebt sich steil auf ziemlich ebenem Gelände der Buchberg. Seine ausgedehnten Waldreviere mit den dunklen Tannen und Fichten und den undurchdringlichen Dickichten gaben viel Anlass zu düsteren Sagen. An den beiden gegenüberliegenden Hängen standen einst zwei stolze Burgen, deren eine – es war die südliche – die reichen und vornehmen Herrn von Haldenrode beherbergte. Sie herrschten von hier aus mit Macht und Strenge bis ans Naabtal hin. Aber die Schweden, so erzählt das Volk, zerstörten die beiden Schlösser so gründlich, dass heute keine Spur mehr von ihnen zeugt, außer die Schutthügel, mit Moos und Farnkraut bedeckt, und mächtige Gräben, aus denen jetzt prachtvolle Tannen emporragen.
Die Stätte aber, wo die Burgruine stand, ist verflucht und verwünscht auf ewige Zeiten einer greulichen Untat wegen, die ihr letzter Besitzer auf sich geladen hatte. Wohl wurde mancher, der sein Brot mit Tränen aß, von den dort verschütteten Schätzen angelockt, aber keiner von allen, die versuchten, danach zu graben, wagte das Unternehmen ein zweites Mal. Es ging dort nicht mit rechten Dingen zu, und ein jeder konnte noch von Glück sagen, wenn er mit dem Schrecken davonkam. So kam es, dass der Schatz im Buchberg der Vergessenheit anheimfiel, bis in die siebziger Jahre des 18. Jahrhunderts.
Damals stiegen Mägde der Bauern von Sitzambuch am Fuß des Berges zur Sommerzeit oft in die stillen, einsamen Wälder hinauf, um von den üppigen Rasenplätzen Gras zu holen. Eines jener Mädchen, das gewöhnlich in der Nähe der Ruine graste, begegnete dort häufig einem großen schwarzen Pudel, der einen mächtigen Schlüssel im Rachen trug und damit der verwünschten Stätte zulief. Das Mädchen wagte nicht zu folgen und erzählte aus Furcht keiner ihrer Begleiterinnen etwas davon. Aber eines Sonntags nach dem Gottesdienst ging sie in den Pfarrhof und berichtete ihr Erlebnis. Der Pfarrer ließ sich den Schauplatz der Begebenheit nochmals recht deutlich beschreiben, legte ihr strengste Verschwiegenheit auf und entließ sie mit einem schönen Gebetbuch als Geschenk.
Noch am selben Tag machte Pfarrer Wilhelm Vischer mit seinem jüngeren Bruder Ambros, der ihm als Kooperator beigegeben war, einen Spaziergang auf den Buchberg. Tatsächlich sahen sie den schwarzen Pudel. Sie folgten ihm. Bei der Ruine Haldenrode legte er sich auf eine eiserne Truhe und spie Feuer und Glut gegen die Ankömmlinge. Unverrichteter Dinge kehrten sie heim. Am anderen Tag kamen sie wieder mit dem Buch, das die kirchlichen Exorzismen enthält. Der Pudel saß wieder auf der Truhe und hielt Wache über die darin verborgenen Schätze. Die beiden Priester beteten nicht lange, so fing es im Innern des Berges zu donnern an. Sie fürchteten sich nicht, und bald versank unter giftigem Schwefelgeruch das Untier, den Schlüssel zurücklassend. Nun konnten sie sich ohne Gefahr nähern und den ehernen Kasten öffnen, der mit Gold und Silber angefüllt war. Ein Bauer von Kemnath schaffte mit seinem Fuhrwerk den die schwere Truhe unter großen Schwierigkeiten ins Dorf.
Bald begann der Pfarrer die Kirche zu bauen, die 1785 vollendet wurde, während die Kirche in Neunaigen 1792 eingeweiht wurde. So hatte der Schatz vom Buchberg, den die Herren von Haldenrode mit Blut und Ungerechtigkeit erworben hatten, großen Segen gestiftet.


Die Sage vom Kindlweiher

In alter Zeit stapfte eine fromme Frau zur Weihnachtszeit durch den Schnee von Saltendorf nach Neunaigen. In ihrer „Kirm“ auf dem Rücken ruhte ihr fünfjähriges Kind. Um es vor dem Frost zu schützen, hatte sie es in warme Tücher gewickelt. In andächtiges Gebet vertieft, schritt sie dahin. Ihr beschwerlicher Weg führte sie an einem Weiher vorbei. Da fiel sie plötzlich ein hungriger Wolf an. Mit einem verzweifelten Griff gelang es ihr, das Untier am Hals zu fassen und mit durch Todesangst verdoppelter Kraft an ihre Brust zu drücken. Was aber passierte, wenn sie los ließ? Das Kind im Korb ahnte die Lebensgefahr, befreite sich von den Umhüllungen und schlug mit seinen Fäustchen unter heftigen Schimpfwörtern auf den Kopf des Wolfes ein. Da geschah etwas Wunderbares. Das Tier ließ von seiner Beute ab und zog sich heulend in das dichte Gebüsch zurück. Innig bedankte sich die Mutter bei Gott und dem Schutzengel ihres Kindes für die unbegreifliche Lebensrettung.
Seit dieser Begebenheit hieß der Weiher der Kindlweiher oder auch der Engelweiher. Seine Quellen sind längst versiegt. Nur Sumpf, bewachsen mit Erlen und Weidengebüsch, erinnert noch an ihn.

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